Neue Planken unten – frische Fugen oben

Neue Planken unten…

In den letzten Wochen haben wir uns vorallem mit dem Problem des stark von Fäulnis angegriffenen ersten Plankenganges beschäftigt. Im Blog-Eintrag Die Planken -Op im Achterschiff hatten wir vor kurzem schon unsere angedachte Vorgehensweise zur Versteifung des Überganges von Plankengang eins zu zwei vorgestellt. Mit der Unterstützung von Bootsbauer Lennard (baut gerade einen 12er bei Robbe&Berking) sind wir gerade dabei diesen Plan in etwas abgewandelter Form auszuführen. Sonst im high-end-Bootsbau unterwegs bezeichnet Lennard die Arbeit an der Timpe Te gerne liebevoll als „Kutterbootsbau“ – womit er auch nicht unrecht hat  🙂

Die Holzlager über den Schäftungen erzeugen den Twist und gewährleisten saubere Übergänge

An einer extrem kniffeligen Stelle, wo wenig Platz für gut die Kräfte übertragende Schäftungen ist, muss halt manchmal ein bisschen improvisiert werden. Trotzdem haben wir es schlussendlich geschafft eine neue 14mm Eichen-Planke in sich verwunden und auch noch in der Länge gebogen in die Richte Form zu zwängen – und das ohne sie eindämpfen zu müssen.

Dafür haben wir nach vorne und hinten hin jeweils ein Schäftungen geschnitten und die Planke mit Holzlagern von außen und innen in die richtige Übergangsposition gezwängt und die Verwindung in der Länge hergestellt.

Schrauben entlang der Landung erzeugen die Krümmung und ziehen die Planken aufeinander

Mit Schrauben auf Höhe der Landung hat sich die Planke dann auch in der Krümmung der Rumpfes angepasst. Das durchaus mit Ungewissheit über die Qualität des Ergebnisses verbundende Unternehmen hat schlussendlich erstaunlich gut geklappt. Nach aushärten des Epoxys haben wir dan Schrauben und Lager entfernrt – und die Planke sitzt.

Schön ist’s dann immer, wenn einem kenntliche Menschen hochwertige Bootsbauerische Details zeigen können. Bei der Timpe Te ist eines zum Beispiel, dass die ersten drei Plankengänge durchgängig, also ohne Stoß sind (insgesamt sechs Meter lang) – sowas fände man heutzutage auf dem Holzmarkt garnicht mehr, so Lennard.

 

…und die Planke sitzt 🙂

Weil Die Schäftungen der Planken aufgrund mangelnden Platzes nicht im richtigen Längen-Breiten Verhältnis sind, somit keine großen Kräfte übertragen können und wir außerdem noch mehr Festigkeit in die ersten beiden Plankengänge bekommen möchten, werden wir in einem nächsten Schritt auch noch eine doppelte Beplankung nach Außen hin vornehmen. Dabei werden die Schäftungen komplett überdeckt und auch die ganze Landung von Plankengan eins zu zwei wird eine zweite Haut bekommen. Dazu aber mehr, wenn es so weit ist. 

Frische Fugen oben…

Auch das Teakdeck erfährt momentan etwas Liebe. Mit Cuttermessern haben wir in der letzten Woche die teilweise schon sehr poröse Fugenmasse aus den mit durchschnittlich 3-4mm recht schmal gehaltenen Fugen rausgefriemelt. Rückstände entfernen wir gerade mit einer 3mm-Fräse. Interessant ist dass die Drei-Flanken-Haftung der Fugenmasse auf sehr pragmatische Art verhindert wurde: in die Fugen wurde einfach Baumwolle gehämmert und dann von oben die Gummimasse aufgefüllt. Beim neu-ausfugen werden wir wahrscheinlich genauso vorgehen, da in den meisten Fällen keine definierte untere Fläche in der Fuge ist, auf die man ein 3mm-Tape legen könnte um so die Drei-Flanken-Haftung zu verhindern. Bei dieser besteht nämlich die Gefahr, dass wenn das Holz arbeitet Risse und somit Undichtigkeiten auftreten. Es ist darauf zu achten, dass das Synthesegummi auch wirklich nur an den beiden Seiten Der Decksplanken und nicht auf dem darunter liegenden Sperrholz haftet.

Ein Trockenversuch auf dem Schapp hat uns auch schon erste Erfahrungswerte geliefert – überfüllte Fugen lassen sich im Nachhinein toll schleifen und schön der Holzfläche anpassen…

 

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