Über das Deck

 

 Wasser – das schönste Finish unter den (nicht ganz-) Lacken

Es ist soweit! –

 

das neu ausgefugte und durchgeschliffene Stabdeck kann sich jetzt wieder stolz der Außenwelt präsentieren. Da fühlen sich sogar die kleinsten der Bootsbewohner wohl. Mit der neuen Dichtmasse hoffen wir nun für die nächsten Jahre erstmal Ruhe mit dem Deck zu haben. Das darunter liegende Sperrholz ist nämlich bei Undichtigkeit der Fugen schnell am Rotten. Bei einem immer noch rund 30mm starken Stabdeck hat sich uns die Frage gestellt, warum es überhaupt auf Sperrholz liegt und die Decksplanken nicht einfach per Einzelaufhängung verlegt wurden – man hätte so diesem leidigen Thema des zum rotten verurteilten Sperrholz vorbeugen können. Naja, man muss halt mit dem leben, was da ist und mit der neuen Fugenversiegelung, haben wir uns nun arrangiert 🙂

Da die Planken eines Stabdecks arbeiten. Damit die Fugenmasse nicht reißt und Undichtigkeiten entstehen muss die sogenannte Drei-Flanken-Haftung verhindert werden. Das Marine-Gummi gibt eine Dehnfähigkeit von 300% her.

Das Einpassen des Klebebands in die keilförmige Fuge hat Zeit und Nerv gekostet und sich dementsprechend nicht für unser Deck etabliert.

Es muss darauf geachtet werden, dass die Masse nur an den Seiten der Planken und nicht (in unserem Fall) am darunter liegenden Sperrholz haftet. Dafür kann man verschiedenes Materialien verwenden, die sich dann zwischen dem Synthesegummi und der unteren Flanke befinden. Neue auf Sperrholz verlegte Decks, aus kosten und ökoklogischen Gründen meist nurnoch zwischen 7 und 15 mm stark, haben eine definierte, rechtwinklige untere Flanke (also das Sperrholz). In diesen Fällen verwenden die Profis ein schmales Tape, welches in die Fuge gelegt wird und so die Unterseite von der Fugenmasse freihält. Der Vorteil, vorallem bei nicht allzu starken Decks, ist, dass wenig Volumen durch das Tape eingenommen wird und viel Klebefläche an den beiden Flanken der Planken bleibt.

Wir hatten uns der Fugenbreite entsprechend auch ein 3mm-Tape gekauft um genauso vorzugehen. Allerdings ist das Teck der Timpe Te um einiges stärker und hat nicht die eben genannte definierte Unterseite, die es zum genauen Einbetten des Klebebands braucht. Nach viel Friemelarbeit im ersten Quartal des Decks haben wir uns dann doch für eine Alternativlösung entschieden…

Tricks gibt es nicht genug zu finden – Akkuschrauber zum verwinden des Streifens

 

Mit dem Spachtel in die Fuge getrückt und dann zum entwinden locker gelassen

…Diese war die Idee, einen Einweg-Overall in dünne Streifen zu schneiden, diese in sich zu verwinden dann in die Fugen zu legen, wo sie sich wieder so weit enttwistet haben, dass bis sie genau die Breite der Fuge angenommen hatten. eine deutlich schnellere und auch kostengünstigere Variante, mit der wir das restliche Deck für das ausgießen vorbereitet haben.

 

 

überfüllte Fugen – der Verschleiß an Gummi ist leider ziemlich groß

Mit 14 Kartuschen des Premiumproduktes TDS Deck Caulk Teak Dichtstoff, haben wir dann nach einer gründlichen Reinigung mit Staubsauger und Entfettung der Flanken das Deck vergossen. Erst beidseitig mit Klebeband abgeklebt und mit Spachtel plattgestrichen haben wir uns auf die Empfehlung unseres Bootsbauers, Lennard, für eine einfachere Methode, das einfache Überfüllen des Fugen, späteres Abheben der überstehenden Masse mit einer Cuttermesser-Klinge und dann plan-schleifen der Fugen, entschieden. Das Ergebnis sei das gleiche, so Lennard. Kleine Macken und Stellen, an denen das Gummi die Bindung zum Holz nicht gut eingegangen ist, haben wir später dann noch mit dem Spachtel ausgebessert.

 

Astrid, Phillpp und Mascha beim Ausbessern der Fehlerstellen

 

Ein schönes Deck will gepflegt sein – Kontrolle und wenn nötig das Ausbessern der Fugen wird auch in Zukunft immer wieder kehren.

Um die alte Frische in das Holz zu bekommen haben wir schlussendlich das Deck dann noch mit dem Exzenterschleifer durchgeschliffen. erst mit 80er, dann mit 120 Körnung ist es nun nicht nur eine Augen-, nein auch eine wahre Fußweide 🙂

 

Auf dem Bild ganz oben im Beitrag sieht man eine angefeuchtete Stelle des frisch geschliffenen Decks. Wasser, das eigentlich schönste Finish unter den (nicht ganz) Lacken 🙂 – doch auch dieser Zustand wird nicht von Dauer sein, UV-strahlung und Witterung werden das Deck schon bald wieder ausgeblichen haben – halt so, wie es sich für ein schönes Teakdeck mit Pattina auf einem alten Kutter gehört.

 

 

 

1 Kommentar

  1. Sehr schön und vielen Dank für die guten Tips. Genau so werde ich wohl auch mit den über 30 Jahre alten Dielen in meinem Wintergarten verfahren. Die Fugen sind dort unterschiedlich breit und im Winter zieht es durch die Ritzen. So kann ich dem vielleicht Einhalt gebieten. Weiter so, es wird ein schönes Schiffchen.

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