Unter den Rumpf

Es ist soweit –

das Unterwasserschiff ist nun kurz davor gewässert zu werden. Von Reparaturen, die wir unternommen haben, wollen wir jetzt im Nachhinein einmal berichten. Im Blog-Post Die Die Planken-Op im Achterschiff hatten wir von unseren Plänen für die achterlichen, stark verrotteten Planken berichtet. Dort war unter der Motoraufhängung zu wenig Luftzirkulation und das Holz war den starken Vibrationen der Maschine ausgesetzt – die Schäden: erheblich. Unter Beratung und Anleitung von Bootsbauer Lennard haben wir diesen Plan schlussendlich in etwas abgewandelter Form umgesetzt (den ersten Teil auch zu lesen in Blog-Post Neue Planken unten – frische Fugen oben).

eine Planke als Verstärkung auf dem ersten Plankengang – eine laschenartige zweite über der Landung

Mit dem Austauschen der Plankenabschnitte begonnen, ging es jetzt noch um die doppelte Beplankung nach außen, die weitere Steifigkeit in die Konstruktion bringen und einen guten Übergang der Landung erzeugen sollte. Mit Spaxschrauben zum verleimen befestigt ist das Achterschiff jetzt mit mindestens einer „zweiten Schicht“ über

Unter dem Primer fällt die schäftungsartig den Stromlinen des Bootes angepasste Aufdopplung der ersten beiden Plankengänge kaum auf.

dem ersten und zweiten Plankengang verstärkt – unter anderem auch aus dem Grund, dass aus Platzgründen keine tragenden Schäftungen (bei Eiche im Verhältnis von mindestens 1:10) erzeugt werden konnten. Der Sicherheit halber haben wir die Idee der doppelten Beplankung auf die ganze Länge des ersten und zweiten Plankenganges übertragen. Dort sind die Planken somit jetzt außen um etwa 8mm stärker. Über der Landung sitzend hat die laschenartige zweite Planke auch noch einen verbindenden und dichtenden Effekt. Schäftungsartig auf die ursprüngliche Planke zulaufend haben die Aufdopplungen unter Wasser vermutlicherweise keinen großen hydrodynamisch negativen Effekt – auch auf den ersten Blick fällt die Reparatur nicht auf.

 

 

 

 

Mit 16mm-Proppen verschwinden die Köpfe der A4-Schrauben, mit denen Planken und Wrangen verschraubt sind, im Holz

Interessant wird es dann, wie sich das alte und neue Holz verhält, wenn es quillt. Dann wird man sehen, ob das Spezialepoxy G-Flex sein Versprechen, einer hohen Belastbarkeit und einer Dehnfähigkeit von bis zu 30% hält. Um trotzdem auf Nummer sicher zu gehen haben wir neben der Verklebung die Planken noch mit den Bodenwrangen verschraubt. In Achterschiff, haben wir außerdem die neuen Plankenabschnitte mit Owatrol D1 getränkt. Dieses Imprägnieröl ist drei mal dünnflüssiger als Wasser und hat eine enorme Kriechfähigkeit. Imprägnierte Hölzer sind nicht anfällig für Fäulnis und es findet nurnoch wenig Feuchtigkeitsaustausch statt, da alle Poren gefüllt sind.

Die gesättigten Plankenabschnitte – die dunkle Färbung der alten Planken spricht dafür, dass auch hier schonmal mit einem Imprägnieröl gearbeitet wurde

Die Idee dahinter, die neuen Planken im Voraus mit D1 zu tränken, ist, dass das imprägnierte Holz nicht mehr quillt und so keine Spannungen zwischen den alten und neuen Bestandteilen des Achterschiffes entstehen. Man kann davon ausgehen, dass das alte Holz zwar auch noch quillt, jedoch lange nicht so stark wie das frische. Mit der Imprägnierung haben wir somit jetzt also eine Angleichung des Quellverhaltens zwischen altem und neuem Holz erzeugt. Eine Imprägnierung der ganzen Bilge täte dem altren Schiff auf jeden Fall auch gut, allerdings ist der Rumpf nach den sieben Jahren an Land so trocken, dass er erst einmal wieder dichtquellen muss bevor eine Imprägnierung vorgenommen werden kann. D1 lässt Holz zwar auch quellen, aber aufgrund der Dünnflüssigkeit nicht so stark wie Wasser – diese Maßnahme werden wir also erst zu einem späteren Zeitpunkt ergreifen.

 

 

 

 

 

 

 

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