Zurück in ihrem Element

 

Nach 8 langen jahren Trockenheit bekommt die Timpe Te wieder Salzwasser in die Glieder.

Am Freitag Nachmittag, den 24.08., war nach einer Woche vorwässern der Zeitpunkt für das Boot gekommen, sich zurück ins Wasser zu begeben. Bis Montag morgen um acht hatte es im Kran gehangen – teilweise mit unerwarteten Geschehnissen. Hier eine kleine Bilderzusammenfassung der letzten anderthalb Wochen – und eine herzliche Entschuldigung dass wir nicht zu diesem spannenden Ereignis eingeladen hatten,  aber die Frage, ob die Timpe Te denn tatsächlich schwimmt, wollten wir dann doch im Vorfeld noch geklärt haben 😉

 

Flying Dutchman – am Freitag in den Kran, am Montag für den Einbau des neu grundierten Schwertes und das Abdichten größerer Lecks von außen nochnmal raus: einen großen Dank an den Flensburger Yacht-Service, der uns das 3-Tage-Mannöver ermöglicht hat.

 

Die Schlaufen des Kranes halten das Boot über Wasser – so die Theorie

Mit laufender Bilgenpumpe gelingt es das Boot in den Schlaufen des Kranes „schwimmen“ zu lassen…

 

 

Noch viele kritische Blicke angesichts der Wassermassen, die in das Boot strömen – für das Laienauge eine echte Nervenstrapaze

 

 

Am Samstag dann ein Anruf vom Yacht-Service: „Nur noch 5cm bis zum Deck, die weiße Nase ist gerade unerm Wasserspiegel verschwunden – ihr solltet vielleicht mal nach eurem Boot gucken.“ Der Wasserspiegel war aus unerklärlichen Gründen (der Wind kann es eigentlich nicht gewesen sein) die Nacht über um ca. 30cm angestiegen. Das ganze Boot voller Wasser; auch der Schwertkasten, und somit das größte „Loch“ im Boot war schon unter dem Meeresspiegel. Wir haben daraufhin Handtücher in den Schwertkasten gestopft um das Nachfließen von Wasser zu verhindern und mit der großen Tauchpumpe 3 Stunden dauergepumpt – Erleichterung in der ganzen Mannschaft, als das Boot langsam wieder auftaucht.

 

die nach dem Tauchgang ausgepumpte Bilge – Vorteil in der Aktion: auch die Planken über der Wasserlinie haben jetzt schonmal ein paar Tropfen abbekommen 🙂

 

Nach der Kransession die erste Verholung an den Steg gegenüber – die Ambition die 10 Meter-Überfahrt zu überleben steht ins Gesicht geschrieben, denn das Wasser strömt hier und da noch ganzschön…

 

Noch zwei weitere Tage im Flachen Hafen des Flensburg Yacht-Service. Nach vier Tagen im Wasser springen die Bord-Bilgenpumpen alle 10 Minuten an – zur Sicherheit ist auch die große Tauchpumpe noch an Bord.

 

Am Mittwoch dann die Verholung zum Steg der Klassischen Yachten Flensburg. Die Pumpen springen bei der Überführung zwei mal an. Am Steg nur noch alle 25 Minuten. Danke dem unbekannten Mann, der uns geschleppt hat!

 

Ein glücklicher Philipp am Ruder der Timpe Te. Am Gatt der Timpe Te läuft das Wasser aufgrund der Heckwelle noch gewaltig – ähnliches wird man bei den ersten Segelschlägen bei Seitenlage erwarten können.

 

Die Timpe Te liegt in der Hafenspitz Flensburg bei den Klassischen Yachten – am Samtag springen die Pumpen noch alle Dreiviertelstunde an (pro Pumpgang werden ca. 3 cm Wasser aus der Bilge gepumpt – ca. eine halbe Minute lang). 

Heute, am Montag, nurnoch alle drei Stunden – eine erfreuliche Entwicklung, wenn man sich an die Wassermassen am Anfang erinnert. Und es wird noch immer dichter…

Am Wochenende des Krantermins haben wir uns auch immer wieder Spott (z.B. beim Absaufen des Bootes) und die unterschiedlichsten Meinungen von Schnackern und/oder Bootsbauern amhören müssen. So hieß es von einem Bootsbauer, wenn das Boot nicht in sechs Stunden dicht gequollen sei könne man es gleich in die Tonne treten, während ein anderer bezweifelte, das zwei Tage im Kran bei acht Jahre lang ausgetrockneter Eiche reichen würden. Er habe Boote auch schon über eine Woche im Kran hängen sehen, bis sie so dicht wahren, dass man mit den Pumpen gegen den Wassereinbruch angekommen sei. Völlig gegensätzliche Aussagen, die eigentlich nur verunsichert haben.

 

Nun – die Timpe Te schwimmt und wir können unsere eigene Bilanz ziehen:

Beim reinsetzen des Bootes war der Wassereinbruch konstant aber verhältnismäßig gemach. Es gab es wenige große Lecks und keine Fontainen im Rumpf (was durchaus vorkommen kann). Abdichten sämtlicher Fugen von außen mit Teer oder Ettan im Voraus verhindert anfangs einen zu starken Wassereinbruch, größere Lecks in den Landungen kann man aber auch noch im Wasser mit Ettan abdichten. zwei Tage im Kran und funktionierende Bilgenpumpen reichen völlig aus um das Boot dicht genug zu bekommen. Über Längsrisse in Planken braucht man sich nur wenig gedanken machen, da so gut wie alle dicht quillen (3mm war bei uns der breiteste Riss und er ist jetzt kaum noch zu erkennen).

– und als goldene Weißheit zum Schluss: Stress bringt in einer solchen Situation nix. Man muss das ganze Spektakel mit genügend Ironie betrachten, abwarten und Tee trinken, dann wird das schon 🙂

 

Mit montierten Backskisten und Innenausbau wir d es auf der Timpe Te auch immer wohnlicher.

 

Klüverbaum, das schicke Deck und montierte Bulleyes machen das Boot zu einem richtigen Hingucker – der Mast soll in zwei Wochen gestellt werden. Bis dahin bleibt das Boot aber noch reines Bestaunobjekt, an dem hier und da auch noch gefeilt wird…

Übrigens an alle, die über das Crowdfunding noch einen Tag oder Tag und Nacht auf der Timpe Te gut haben: Wir wenden uns wenn das Boot segelfertig ist an euch 😉

 

7 Kommentare

  1. Hallo David, eine unglaubliche Leistung die ihr da vollbracht habt und das in eurem jungen Alter. Sich überhaupt an ein so altes Holzschiff heranzuwagen und dann auch noch an dieses spezielle Schiff ist schon etwas ganz besonderes. Ich wünsche euch immer eine handbreit Wasser unterm Kiel und solltet ihr mal wieder einen Tipp oder meine Hilfe benötigen seid ihr immer willkommen soweit ich mir das zeitlich einrichten kann.

  2. Gut sieht sie aus, ich bin begeistert. Das schön überarbeitete Bulleye glänzt in der Sonne. Das habt ihr gut gemacht, ich bin begeistert. Herzliche Grüße von Harald

  3. Mega was ihr auf die Reihe bekommen habt! Die Timpe Te schaut unglaublich aus, und im Wasser scheint sie sich zum Glück wohl zu fühlen 😉
    Liebe Grüße aus Innsbruck!

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